Die Geschichte des Kreditwesens
17. Februar 2011 # 13:00 # Kredite # Keine Kommentare
Kredite wurden bereits in der Steinzeit und den frühen Hochkulturen vergeben. Schon damals wurden die Notstände von Privatleuten dazu genutzt Geschäfte zu machen. Dabei wurden damals jedoch noch Handelsgegenstände vergeben, die dann zurück gezahlt werden mussten – unter Erhebung von zum Beispiel Silber oder Getreide als Zinsen. Zu einer ersten Blüte in der Geschichte des Kreditwesens kam es jedoch erst im Mittelalter.
Mittelalter
Im frühen Mittelalter herrschte noch ein Zinsverbot für das Christentum und innerhalb des Judentums, es war jedoch möglich, dass Juden Kredite an Christen vergaben – und davon machten Fürsten auch gerne Gebrauch. Durch jüdische Kredite finanzierten sie ein ausschweifendes Hofleben und auch Kriege. Als Zinsen wurden dabei im Gegenzug Steuereinnahmen oder Errungenschaften aus gewonnenen Kriegen gezahlt. Verbreitet war das Kreditwesen zu dieser Zeit auch zwischen Lehnsherren und Bauern. Letzteren wurde Saatgut zur Verfügung gestellt. Die Ernte diente dann quasi als Rückzahlung, in schlechten Erntejahren hatten Lehnsherren jedoch die Möglichkeit, einen ganzen Hof zu pfänden, wenn ihre Rückzahlung nicht in ausreichendem Maß erfolgen konnte.
Finanzierungen von Feldzügen
Eine sehr große Rolle spielte das Kreditwesen auch schon immer bezüglich der Reisen, die in mittelalterlichen Zeiten vor allem der Erkundung und Eroberung dienten. Eng gestrickte Verhältnisse und Verbindungen der Bankiers untereinander, ermöglichten eine besondere Form des Kredits. Hierbei hatte der Reisende die Möglichkeit, sein beanspruchtes Geld – oder beanspruchte andere Wertgegenstände – an verschiedenen Stationen hinterlegen zu lassen, und sich so vor zu großen Verlusten bei etwaigen Raubüberfällen zu schützen. Maßgeblich für das Kreditwesen, wie es auch heute noch vorliegt, verantwortlich war der Seehandel. Auch wenn das offizielle Zinsverbot des Christentums erst Ende des 17. Jahrhunderts fallen gelassen wurde, so waren Seeleute und -händler schon in früheren Zeiten auf Kredite angewiesen.
Gründung der Banken
Banken in Form von Kapitalgesellschaften wurden erst Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet, vor allem in Frankreich und Deutschland, um den Kreditbedarf nicht nur von privaten Bankiers decken zu lassen. Die zweite Blüte in der Geschichte des Kreditwesens erfolgte in den Zeiten der Industrialisierung, am Wendepunkt zwischen 19. und 20. Jahrhundert. Zahlreiche Fabriken und andere industrielle Stätten entstanden, die ebenso finanziert werden wollten, wie verschiedenste Produktionen. Vor allem wollten aber auch kleinere Betriebe finanziert werden, um gegen die Konkurrenz der großen Bestehen zu können. Entstehende Spargenossenschaften gewährten fortan Kredite. Für Kredite im landwirtschaftlichen Bereich gründete Friedich Wilhelm Raiffeisen eine Kreditgenossenschaft, den Vorläufer der heutigen Raiffeisen Banken.
Sparkassen
Sparkassen vergeben erst seit den frühen 1950er Jahren Kredite, auch an Privatkunden. Dabei werden zu Anfang der Gewährung des Kredits feste Rückzahlungsraten zu einem ebenfalls festgelegten Zinssatz bestimmt. Zu den Zeiten des Wiederaufbaus wurden Kredite im privaten Bereich immer bedeutender, anfänglich mussten die Beträge – abgestimmt auf das Einkommen des Kreditnehmers – binnen drei Jahren zurück gezahlt werden. Durch die Einsicht in die Einkommensverhältisse ihrer Kunden, die nun fast alle ein Girokonto führten, entstanden zu dieser Zeit auch Dispositionskredite. Noch heute können diese “Dispos” bei einer Bank beantragt werden, das Girokonto darf dabei bis zu einem festgelegten Betrag überzogen werden. Die häufigsten Kreditarten sind heute im privaten Bereich Verfügungs- und Anschaffungskredite, Bau-, Zwischen- und Vorfinanzierungen sowie Wertpapier- und Avalkredite.
Foto: sizta – Fotolia
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